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Optimaler Grundfutterverzehr ist wichtig

Was hat die Treibhausgas-Reduktion beim Rindvieh mit dem Portemonnaie des Landwirts zu tun?

In der neuen Ausgabe der Zeitschrift «Agrarforschung Schweiz» von Agroscope werden Reduktionspotenziale für Treibhausgase bei der Nutztierhaltung beschrieben. Im Zentrum der Diskussion stehen meist technische Massnahmen wie Schleppschlauch-Einsatz, Luftwäscher oder Güllelager-Abdeckung. Aber wer hätte gedacht, dass mit der Erhöhung der Nutzungsdauer beim Rindvieh von durchschnittlich 3.5 auf 4.5 Laktationen fünfmal mehr Treibhausgase eingespart werden können als mit Güllelager-Abdeckungen?

Die Kühe müssen also länger genutzt werden. So kann die «unproduktive» Aufzuchtphase auf mehr Nutzungstage verteilt werden. Die Nutzungsdauer lässt sich einerseits mit der Züchtung und andererseits entscheidend mit der Fütterung (und Haltung) verlängern. Der grösste Teil der Kühe werden wegen Verdauungsstörungen und Fruchtbarkeitsproblemen ausgemerzt. Bei beiden Problemkreisen in der Rindviehhaltung spielt die Fütterung eine entscheidende Rolle.

Wer die Augen im Stall offen hält, erkennt Fütterungsfehlern rasch: Unzureichende Pansenfüllung, verschmutzte Kühe wegen zu dünnem Kot und mattes, struppiges Fell sind eindeutige «Kuhsignale», dass etwas nicht stimmt. Gerade zu Beginn der Laktation werden Kühe oft «verheizt». Mit zu viel Kraftfutter wird versucht, die Kuh «auszufüttern» und auf Höchstleistung zu trimmen, die Negativ-Spirale beginnt zu drehen: Hohe Kraftfuttermengen verdrängen Grundfutter, die Ration wird unausgewogen, der Verdauungsmotor beginnt zu stottern, die Leistung sinkt. Im schlimmsten Fall wird versucht, mit noch mehr Kraftfutter den Leistungsabfall zu stoppen. Spätestens bei der Folgelaktation werden die «Langzeitschäden» sichtbar, welche nicht selten zur Ausmerzung der betroffenen Tiere führen.

Nachhaltige und wiederkäuergerechte Fütterungskonzepte basieren auf einem optimierten Grundfutterverzehr in Kombination mit einer gezielten, moderaten Kraftfutterergänzung. Ziel ist nicht das Maximum an Milchleistung des Einzeltieres, sondern das langfristige Optimum über die ganze Herde. Mit einer nachhaltigen, wiederkäuergerechten Fütterung retten wir also viele Kühe vor dem vorzeitigen Gang zum Metzger. Dies ist nicht nur gut für das Klima, wie wir nun wissen, sondern auch gut für das Portemonnaie des Landwirts.