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Frage an den Schweine-Fachmann

Weshalb sollen Mutterschweine vor dem Abferkeln dreimal täglich gefüttert werden?

Während der Geburtsphase vollbringen Sauen Höchstleistungen, welche mit denen von Spitzensportlern vergleichbar sind. Für hohe Leistungen im Sport, wie auch für die Wehentätigkeit während des Geburtsvorgangs, wird Brennstoff für die Muskelkontraktion benötigt, wobei Blutzucker (Glukose) als Energielieferant eine wichtige Rolle spielt.

Ein genügend hoher Blutzuckerspiegel der Sau vor dem Abferkeln ist entscheidend, um lange Geburten zu vermeiden. Ist der Blutzuckerspiegel der Sau über die Geburt zu niedrig, dauert die Geburt länger und das Risiko totgeborener Ferkel ist erhöht. Zusätzlich muss der Landwirt mehr Zeit aufwenden für die Geburtshilfe. Mehr Geburtshilfe bedeutet auch ein höheres Infektionsrisiko im Geburtskanal.

Neue dänische Studien untersuchten den Einfluss der Zeitspanne zwischen der letzten Futteraufnahme und dem Geburtsbeginn auf den Blutzuckergehalt der Muttersau bei der Geburt. Dabei wurde festgestellt, dass je länger die letzte Futteraufnahme zurückliegt, umso tiefer lag der Blutzuckergehalt der Muttersau. Wobei die Blutzuckerkonzentration über die ganze Geburt bemerkenswert konstant war. Lag bei Geburtsbeginn die letzte Futteraufnahme nicht mehr als drei bis vier Stunden zurück, dauerte in den Versuchen die Geburt im Durchschnitt vier bis fünf Stunden. Bei grösseren Zeitabständen (sechs bis zehn Stunden) zur letzten Futteraufnahme verlängerte sich die Geburtsdauer um das Zwei- bis Dreifache, wobei ein höherer Bedarf an Geburtshilfe und vermehrte Totgeburten als Konsequenzen dokumentiert wurden.

Deshalb soll die Futtermenge kurz vor der Geburt auf mindestens drei Mahlzeiten pro Tag aufgeteilt werden, um den Energiestatus der Sau während des Abferkelns zu verbessern. Zusätzlich zur Futterzuteilung können auch sogenannte «Geburtsfutter» den Stoffwechsel während der Geburtszeit unterstützen. Solche Futter können um die Geburtszeit die Energieversorgung verbessern, die Darmtätigkeit anregen, sowie durch den Einsatz spezieller Mineralstoffe den Elektrolythaushalt effektvoll beeinflussen.